Energie & Klima

Erneuerbar versorgen, Verbrauch senken, Folgen reduzieren

Klimaschutz im Hochgebirge ist mehr als abstrakte Politik – die Schmelze der Gletscher und veränderte Niederschläge sind bei uns spür- und sichtbar. Flims setzt darum konsequent auf erneuerbare Energie aus der Region, auf Effizienz und auf Anpassung. Die Gemeinde gestaltet die Rahmenbedingungen, investiert in Infrastruktur und arbeitet eng mit der Flims Electric AGExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. zusammen. 

Fernwärme: aus dem Wald in den Heizraum 

Seit 2018 wächst in Flims kontinuierlich ein Fernwärmenetz, das zunehmend ein Rückgrat unserer Wärmeversorgung wird. Es nutzt Restholz aus der lokalen Waldwirtschaft und ergänzt damit fossile Heizungen Schritt für Schritt durch eine CO₂-arme Lösung. 

Stand 2025/2026: 

  • Bestehende Energiezentralen: Stenna (seit 2018), Eventhalle / altes Schulhaus (2021), Vallorca für die Quartiere Tull, Pleuncas und Caglims (2024). 

  • Im Aufbau: Energiezentrale Prau Pulté – Rohbau ab Ostern 2026, technische Anlagen ab August 2026, Inbetriebnahme bis Ende 2026. 

  • Versorgungsgebiet neue Zentrale: Flims Waldhaus und Laax Murschetg. 

  • Endausbau: rund 16'000 MWh Wärme pro Jahr – ersetzt fossile Heizungen, die heute über 4'000 Tonnen CO₂-Äquivalente verursachen. 

  • Bereits angeschlossen sind viele Gemeindebauten: Schulhaus, Kindergarten, Schlössli, alter Volg, Eventhalle, altes Schulhaus. Und auch die neue Bibliothek wird ebenfalls angeschlossen. 

Damit das Holz möglichst effizient genutzt wird, kombiniert die neue Anlage moderne Holzfeuerung, aktive Wärmerückgewinnung aus den Abgasen, Abwärme des Unterwerks Prau Pulté, einen elektrischen Durchlauferhitzer für überschüssigen Solarstrom und einen 160 m³ grossen Wärmespeicher. 

Solarenergie: Dächer, Fassaden, Wintersonne 

Flims setzt Solaranlagen vor allem dort ein, wo sie auch im Winter Strom liefern. Insgesamt produzieren Gemeinde und Flims Electric AG ab 2026 zusammen rund 428'000 kWh pro Jahr aus Sonnenenergie. Das entspricht dem Stromverbrauch von etwa 120 Schweizer Haushalten. 

Beispiele aus den Anlagen: 

  • Schulhaus Surmir (2024) – 42 kWp, ca. 43'000 kWh/Jahr. 

  • Abwasserreinigungsanlage (ab Herbst 2025) – 143 kWp, ca. 150'000 kWh/Jahr. 

  • Energiezentrale Vallorca (Bau 2026) – 122 kWp, ca. 134'000 kWh/Jahr. 

  • Weitere Anlagen: Feuerwehrmagazin, Scoletta Surmir, Restaurant Caumasee, Energiezentralen Stenna und Dorf. 

Bei Neubauten der Gemeinde wird Solar grundsätzlich geprüft – inklusive Möglichkeiten für Eigenverbrauch und Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV). 

Strom aus Wasserkraft 

Wasserkraft ist seit Generationen Teil der Flimser Energiegeschichte. Die Flims Electric AG betreibt mehrere Kraftwerke. Bestehende Potenziale werden weiter genutzt und optimiert. Aktuell in Diskussion: die Aufstockung des Speichersees Nagens als grosser Wasserspeicher für Stromproduktion in Spitzenzeiten. 

→ Detailinfos: Unsere Wasserkraftwerke | Flims Electric AGExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. 

Strom sparen, Licht reduzieren 

Erneuerbar produzieren ist die eine Seite. Weniger verbrauchen die andere. Die Gemeinde Flims stellt ihre Beleuchtung schrittweise um: 

• LED-Umstellung in Gemeindebauten – Schulhaus komplett, Eventhalle und weitere Liegenschaften laufend. 

• Strassenbeleuchtung – kontinuierliche Erneuerung und Optimierung. 

• Projekt Dark Sky – Reduktion der Lichtverschmutzung. Hier verbinden sich zwei Ziele: weniger Stromverbrauch und Schutz nachtaktiver Tiere. Mehr dazu: „Aktuelle Projekte". 


Gemeindevorstand Flims