Wasser in Flims – Seen und Bäche im Gleichgewicht

Seen, Bäche und das Wasser unter unseren Füssen. 

Wer an Flims denkt, denkt an Wasser. Den türkis schimmernden Caumasee. Den Crestasee. Den Bach Flem. Was viele nicht wissen: Diese Gewässer sind nicht einfach nur schön. Sie sind Teil eines komplexen unterirdischen Systems – des Flimser Karsts. Viel von dem Wasser, das wir sehen, kommt von weit her und nimmt einen verschlungenen Weg, bevor es an die Oberfläche tritt. Genau deshalb sind die Flimser Gewässer so empfindlich und schützenswert. 

Wasser kommt von oben – und von unten 

Das Karstsystem rund um Flims gehört zu den vielfältigsten der Schweiz. Vier grosse Grundwassersysteme prägen unsere Region: 

  • Vorab–Sur Crap (rund 15 km²): speist Lag Tiert, Lag Prau Pulté, Val Davos und Tunnelzuflüsse. 

  • Tarschlims (10–12 km²): liefert das Trinkwasser von Flims – also das, was aus Ihrem Hahn kommt. 

  • Flimserstein und Bargis (rund 31 km² Einzugsgebiet): entwässert zu den Quellen von Trin Mulin. 

  • Bergsturzmasse: speist Crestasee, Laghizun, Pintrun, Conn – und steht in direktem Zusammenhang mit dem Caumasee.  

Caumasee – ein See im Gleichgewicht 

Der Caumasee ist kein gewöhnlicher See. Er hat keinen sichtbaren Zufluss, sondern wird hauptsächlich aus dem Pultébach und über lokale Niederschläge gespeist. Zwischen 2003 und 2007 sank sein Pegel deutlich – ausgelöst durch den Tunnelbau der Flimser Umfahrung, der Karstwasser anschnitt. Eine umfangreiche Studie des Schweizerischen Instituts für Speläologie und Karstforschung (SISKA) führte zur heutigen Lösung: einer Einspeisungsanlage am Pultébach, die den Pegel stabilisiert. Die Messungen laufen weiter – damit Eingriffe und natürliche Schwankungen unterscheidbar bleiben. 

Gleichzeitig wird die Wasserqualität laufend untersucht. Ein limnologisches Charakterisierungsprojekt (wissenschaftliche Untersuchung von Binnengewässern) erfasst Temperatur in unterschiedlichen Tiefen, chemische Zusammensetzung, Plankton, Wirbellose und Fischbestand. Die Ergebnisse fliessen in ein langjähriges Monitoringkonzept ein. 

Untersuchung Caumasee mit limnologische Charakterisierung

Der Caumasee zählt zu den bekanntesten und landschaftlich eindrucksvollsten Seen der Region. Um den Zustand des Sees besser zu verstehen und langfristig zu überwachen, werden derzeit umfassende limnologische Untersuchungen durchgeführt.

Zur limnologischen Charakterisierung eines Sees sind verschiedene wissenschaftliche Erhebungen notwendig. Im Zentrum stehen dabei insbesondere die Eigenschaften der Wassersäule, darunter:

  • die Seethermik (Wassertemperatur in unterschiedlichen Tiefen),
  • der Wasserchemismus,
  • die planktonischen Lebensgemeinschaften (Phyto- und Zooplankton).

Zusätzlich werden weitere Bestandteile des Ökosystems untersucht, darunter:

  • der Wirbellosenbestand am bzw. im benetzten Substrat (Makrozoobenthos),
  • der Fischbestand,
  • die aquatische Flora und Fauna,
  • die Sedimentchemie,
  • sowie das Einzugsgebiet und die Zuflüsse des Caumasees.

Zu den aktuellen Untersuchungen gehören insbesondere:

  • Bathymetrie,
  • Thermik und Hydrochemismus,
  • Sedimentchemismus,
  • aquatische Flora und Fauna,
  • Untersuchungen zum Einzugsgebiet und Zufluss des Caumasees.

Basierend auf den erhobenen Daten und den daraus gewonnenen Erkenntnissen wird ein langfristiges Monitoringkonzept für den Caumasee erarbeitet. Dieses soll der Gemeinde künftig ermöglichen, die wichtigsten Parameter zur Überwachung und Charakterisierung des Sees systematisch zu erfassen.

Darüber hinaus sollen daraus – je nach Untersuchungsergebnissen – Impulse und Empfehlungen für den zukünftigen Gewässerunterhalt sowie mögliche Massnahmen im und rund um den See abgeleitet werden. 

Quaggamuschel

Diese invasive Muschel verbreitet sich rasch in Schweizer Gewässern und verändert ganze Ökosysteme. Graubünden will verhindern, dass gebietsfremde Tiere und Pflanzen, wie beispielsweise die invasive Quaggamuschel, in Bündner Gewässern eingeschleppt werden. Deshalb bereitet er gemäss einer Mitteilung der Bündner Standeskanzlei die Einführung einer Schiffsmelde- und -reinigungspflicht vor (Mehr dazu: Zum Schutz der Gewässer: Einführung von Melde- und Reinigungspflicht für SchiffeExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.).
An den Flimser Seen weisen wir mit Informationstafeln auf die Verhaltensregeln gemäss Amt für Natur und Umwelt Graubünden hin – etwa zur Reinigung von Schwimmausrüstung und Booten. 

Sonnencreme

So harmlos sie wirkt: Sonnencreme im Badewasser belastet sensible Seesysteme. Wer biologisch abbaubare Produkte verwendet oder vor dem Bad einfach abduscht, hilft direkt mit. 

Hydrologische Stabilität

Die Pegelmessung und das Monitoring durch SISKA gehen weiter – damit Veränderungen früh erkannt werden. 


Gemeindevorstand Flims