Flora & Fauna

Vielfalt schützen, Nutzung lenken, langfristig Qualität sichern

Flims liegt in einem abwechslungsreichen Mosaik aus Lebensräumen: Moore, Bergwälder, alpine Wiesen, Felsbänder, Seen. Diese Vielfalt ist nicht selbstverständlich. Sie ist das Ergebnis eines Zusammenspiels aus Natur, Bewirtschaftung und Schutz – und sie steht unter Druck. Mehr Besuchende, neue Erschliessungen, invasive Pflanzen und der Klimawandel verändern unsere Lebensräume schneller als früher. Wir setzen darauf, gezielt zu schützen, klar zu lenken und über Jahre an Qualität zu arbeiten. 

Sensible Orte – wo die Natur besonders empfindlich ist 

Einige Gebiete in Flims sind ökologisch herausragend und reagieren sehr schnell auf Störungen. Sie geniessen darum besonderen Schutz – rechtlich, planerisch und in der täglichen Pflege und Erhalt. 

• Segnesboden (Plaun Segnas Sut) – Moorlandschaft von nationaler Bedeutung, Teil des UNESCO-Weltnaturerbes Tektonikarena SardonaExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.. Die Schutzziele wurden 2025 in einem Reglement konkretisiert. Sie reichen vom Erhalt der Schwemmebene bis zur Sicherung gefährdeter Pflanzenarten wie beispielsweise der Binsenblättrigen und der Schwarzroten Segge. 

• Ruinaulta – Natur- und Erholungsraum mit hoher Schutzwürdigkeit (Mehr dazu: Startseite - Verein RheinschluchtExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.)

• Begleitet vom Rangerdienst (Mehr dazu: Über uns - Verein RheinschluchtExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.). 

• Flimserstein, Bargis, Caumasee – wertvolle Lebensräume mit gleichzeitig hohem Nutzungsdruck. 

Wie wir schützen 

Schutz heisst nicht „absperren". Schutz heisst, die Nutzung so zu lenken, dass Natur Natur bleiben kann. Unsere wichtigsten Instrumente für die Umsetzung: 

  • Besucherlenkung und Wegführung – Signalisation, klar markierte Wege, Wasserzugänge, ausgewiesene bikefreie Zonen. 

  • Schutz- und Ruhezonen – etwa die neue Wildruhezone «Crap da Flem» (eingeführt Winter 2025/26). 

  • Moorschutz- und Wildtierschutzkonzepte – als verbindliche Grundlage, vom Gemeindevorstand 2025 verabschiedet. 

  • Gemeinsame Pflege und Erhalt – durch Werkhof, Flims Trin Forst) und die Tourismusorganisation Flims Laax, abgestimmt mit Kanton, Tourismus und weiteren Fachstellen. 

  • Rangerdienst – sichtbare Präsenz vor Ort, ergänzt durch GeoGuide-Kurzführungen. 

Beispiel Segnesboden: Mit der Inbetriebnahme des FlemXpress steigen die Besucherzahlen. Wichtig dabei ist ein ganzes Set an Massnahmen – von Monitoring (gemeinsam mit der ZHAW) über neue Signalisation und Wasserzugänge bis zur Wanderung «Senda Segnas Sut». Schutz und Erlebbarkeit schliessen sich nicht aus, wenn man die Besucherlenkung ernst nimmt. 

Neophyten: invasive Arten als Daueraufgabe 

Neophyten sind eingeschleppte Pflanzen, die einheimische Arten verdrängen und Lebensräume schwächen. Gängige Beispiele: Goldrute, Drüsiges Springkraut, Sommerflieder. Einmal etabliert, sind sie schwer wieder loszuwerden – darum braucht es Kontinuität bei der Bekämpfung. 

So gehen wir vor: 

  • Schwerpunktgebiete – ökologisch besonders wertvolle Standorte und Flächen mit hohem Ausbreitungspotenzial werden gezielt bearbeitet. 

  • Sammelstellen und klare Entsorgung – damit Pflanzenmaterial sich nicht weiter ausbreiten kann. 

  • Zusammenspiel von Werkdienst, Forst, externe Fachstellen und Freiwilligen. 

  • Sensibilisierung, wie Flyer, Informationen an der Gemeindeversammlung oder Aufrufe zur Mithilfe im privaten Garten. 

Die Erfahrung zeigt: Priorisierung wirkt besser als flächendeckende Bekämpfung. Und: Die Bevölkerung schätzt und anerkennt die umgesetzten Massnahmen und sieht die eigenen Handlungsspielräume. 

Alles zum Thema Neophyten ist zu finden unter dem Link hier.

Jungwaldpflege 

Damit Wälder ihre Funktion erfüllen – als Lebensraum, Wasserspeicher, Schutz vor Naturgefahren – braucht es aktive Pflege. Insbesondere junge Bestände werden gezielt entwickelt, damit ein vielfältiger, klimaresistenter Wald nachwächst. 

Mehr erfahren 

• UNESCO-Welterbe Tektonikarena Sardona

• Pflanzenwelt der Region (Mehr dazu: Unsere Pflanzenwelt | Flims Laax FaleraExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.

• Rheinschlucht & Rangerdienst (Mehr dazu: Startseite - Verein RheinschluchtExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.

• Neophyten in Flims (Mehr dazu: Invasive Neophyten | Flims Online

Flora & Fauna

Flims verfügt über vielfältige und wertvolle Lebensräume – von Mooren über Wälder bis zu alpinen Landschaften. Die Gemeinde schützt diese Natur gezielt, lenkt die Nutzung und arbeitet langfristig an Qualität statt an Einzelaktionen. 

Sensible Orte und Schutzmassnahmen 

  • Gebiete mit besonders empfindlicher Flora und Fauna, die gezielt geschützt werden 

  • Flora und Fauna werden in Flims sowohl in rechtlich geschützten Naturreservaten als auch in sensiblen Orten mit besonderem Schutzbedarf erhalten. Diese Gebiete sind wichtig für die Biodiversität und reagieren besonders empfindlich auf Störungen. 

  • Warum sie wichtig sind und geschützt werden; Lebensräume für seltene Pflanzen und Tiere, Rückzugsorte für Wildtiere, Ökologisch wertvolle Landschaften mit hoher Schutzwürdigkeit 

  • Welche sind es; Segnesboden – Moorlandschaft von nationaler Bedeutung / Ruinaulta – sensibler Natur‑ und Erholungsraum / Flimserstein, Bargis, Caumasee – wertvolle Lebensräume mit hohem Nutzungsdruck 

  • Schutzinstrumente; Besucherlenkung und Wegführung, Ausscheidung von Schutz‑ und Ruhezonen, Moorschutz‑ und Wildtierschutzkonzepte, Pflege und Erhalt von Natur‑ und Kulturlandschaften, Zusammenarbeit mit Kanton, Tourismus und Fachstellen 

Neophyten-Bekämpfung 

  • Invasive Arten als Daueraufgabe 

  • Warum Neophyten problematisch sind; Verdrängen einheimische Pflanzen, schwächen natürliche Lebensräume 

Besuchermanagement Segnesböden  

Die Segnesböden sind Teil einer ökologisch sensiblen Moor- und Auenlandschaft von nationaler Bedeutung und zugleich ein stark frequentierter Natur- und Erholungsraum. Mit der Inbetriebnahme des FlemXpress und der verbesserten Erreichbarkeit rückte die Besucherlenkung zusätzlich in den Fokus. 2025 wurden die zwei Konzepte für die Segnesböden und Umgebung «Besuchermanagement und Wildtierschutz» durch den Gemeindevorstand verabschiedet. Damit liegt eine politisch abgestützte Grundlage für den langfristigen Schutz der Moorlandschaft und der Wildtiere vor. 

Links mit Informationen Sardona/Segnesboden:

 Umsetzung 

Im Sommer 2025 wurden die Massnahmen konkret umgesetzt, wobei die Projektleitung bei der FLFM AG lag. In Zusammenarbeit mit der ZHAW wurde ein Monitoring am unteren und oberen Segnesboden durchgeführt. Erfasst wurden sowohl Besucherfrequenzen als auch Auswirkungen auf Wildtiere. Das bestehende Zählsystem wurde weiter ausgebaut und präzisiert. Am unteren Segnesboden wurde die Signalisation «Bitte bleib auf dem Wanderweg» und «Bikefreier Wanderweg» gemäss Vorgaben des BAFU umgesetzt. Drei klar definierte Wasserzugänge strukturieren den Aufenthalt im sensiblen Bereich. Der Wanderweg am unteren Segnesboden wurde markiert und optimiert. Zudem erfolgte die Ausschilderung der Wanderung «Senda Segnas Sut». Der untere Segnesboden sowie der Trutg dil Flem wurden als bikefreier Wanderweg definiert. Bei der Segneshütte wurden Schlösser für Bikes installiert. 

Der Rangerdienst am unteren Segnesboden wurde verstärkt. Ergänzend wurden kostenlose Kurzführungen mit GeoGuides angeboten. Zur Information der Gäste wurde ein Flyer zum Segnesboden erstellt. Online wurden Inhalte zu «360° Landschaften» in Zusammenarbeit mit der Tektonikarena Sardona erarbeitet und für einen Touchbildschirm aufbereitet. 

Mit der Erschliessung der letzten Sektion im Dezember 2025 «Segnes – Cassons» wurde im Winter 2025/26 die neue Wildruhezone «Crap da Flem» eingeführt, welche das Amt für Jagd und Fischerei forderte.  

Erkenntnisse 

Die Umsetzung im Jahr 2025 zeigt, dass wirksames Besuchermanagement auf einem Zusammenspiel von Monitoring, klarer Lenkung und gezielter Sensibilisierung basiert. Sichtbare Präsenz vor Ort, verständliche Signalisation und attraktive Informationsangebote erhöhen die Akzeptanz der Schutzmassnahmen. Gleichzeitig bleibt das Besuchermanagement ein kontinuierlicher Prozess im Spannungsfeld zwischen Naturschutz, touristischer Nutzung und politischer Umsetzbarkeit. Die erhobenen Monitoringdaten bilden eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung der Massnahmen in den kommenden Jahren. 

Neophyten-Bekämpfung  

Die Bekämpfung invasiver Neophyten bleibt ein zentraler Bestandteil der Umweltstrategie der Gemeinde Flims. Ziel ist es weiterhin, die Ausbreitung problematischer Arten einzudämmen, einheimische Lebensräume zu schützen und die Biodiversität langfristig zu erhalten. Besonders betroffen sind Waldränder, Gewässerräume, Verkehrsachsen sowie Bauzonen mit Bodenverschiebungen. 

Umsetzung 

Im Jahr 2025 wurde der Fokus verstärkt auf die Priorisierung besonders sensibler Gebiete gelegt. Statt eine möglichst flächendeckende Bekämpfung anzustreben, wurden ökologisch wertvolle Standorte sowie Flächen mit hohem Ausbreitungspotenzial gezielt bearbeitet. 

Gleichzeitig wurde die Bevölkerung stärker einbezogen. Ein Neophyten-Flyer informierte über problematische Arten und rief dazu auf, auch im privaten Umfeld aktiv zur Eindämmung beizutragen. Zudem wurde an der Gemeindeversammlung über den aktuellen Stand der Bekämpfung sowie über die Bedeutung der Mithilfe informiert. 

Erkenntnisse 

Die Erfahrungen zeigen, dass eine gezielte Schwerpunktsetzung wirksamer ist als punktuelle Einzelmassnahmen ohne klare Prioritäten. Kontinuität ist dabei entscheidend: Einmalige Eingriffe zeigen häufig nur kurzfristige Wirkung, nachhaltiger Erfolg erfordert mehrjährige Nachpflege. Zudem hat sich bestätigt, dass Sensibilisierung wirkt. Rückmeldungen aus der Bevölkerung zeigen, dass Information und Transparenz die Bereitschaft zur Mithilfe deutlich erhöhen. Eine abgestimmte Vorgehensweise zwischen Werkdienst, Forst und externen Fachstellen ermöglicht es, die vorhandenen Ressourcen möglichst effizient und wirkungsvoll einzusetzen.  

Schliesslich hat sich gezeigt, dass standortangepasste Methoden entscheidend sind – nicht jede Art und jeder Standort erfordert dieselbe Bekämpfungsstrategie. Die Eindämmung invasiver Arten bleibt eine langfristige Aufgabe, die nur im Zusammenspiel von Gemeinde und Bevölkerung erfolgreich bewältigt werden kann. 

 

Gemeindevorstand Flims